WORKSHOP: Journalistische Berichterstattung über Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Folgen
Zeit:   Dienstag, 9. September 2014, 10.00 - 15.30 Uhr
Ort:   Haus der Universität
Schadowplatz 14 (Foyer im Erdgeschoss)
40212 Düsseldorf

Die Veranstaltung des Aktionsbündnis Seelische Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Bündnis gegen Depression am 9. September 2014 in Düsseldorf möchte zu einer adäquaten Berichterstattung über Menschen mit psychischen Erkrankungen und über Suizid anregen und Journalisten für das Thema sensibilisieren. Sie richtet sich in erster Linie an Journalisten und Redakteure aller Ressorts sowie den journalistischen Nachwuchs.

Die Schulung ist Teil eines dreijährigen Medienprojekts, das vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit koordiniert und durch das Bundesministerium für Gesundheit finanziert und unterstützt wird. Sie ist damit wichtiger Baustein eines Gesamtkonzeptes und Maßnahmenplans des Aktionsbündnisses mit dem Ziel, die Wahrnehmung des Themas in den Medien zu erhöhen und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen in der Öffentlichkeit beizutragen.

In Deutschland sind rund 40 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens einmal von einer psychischen Erkrankung betroffen. Auch wenn heute in der Gesellschaft und den Medien offener darüber gesprochen und berichtet wird, herrscht dennoch große Unsicherheit: Welchen Vorurteilen begegnen die Betroffenen? Wie gehen wir damit um? Wo beginnt ungewollte Stigmatisierung? Was gilt es, bei der Berichterstattung über Depression und Suizid zu beachten?

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative zur Förderung der seelischen Gesundheit. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen sowie Vertreter aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit dem deutschen Partner des internationalen Antistigma-Programms Open the doors.

Gemeinsam setzen wir uns für einen offenen und toleranten Umgang mit Menschen mit psychischer Erkrankung und den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung in der Gesellschaft ein. Dazu kann die journalistische Berichterstattung maßgeblich beitragen. Wie das gelingen kann, wollen wir gemeinsam erarbeiten.

Die Teilnehmer profitieren von einem konstruktiven Austausch mit Menschen mit psychischen Erkrankungen, den Angehörigen sowie Fachleuten für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie erhalten nützliche Empfehlungen zur Berichterstattung und zur journalistischen Herangehensweise bei diesem sensiblen Thema.

Programm:

  • 09.30 Einlass

  • 10.00 Begrüssung und Einführung
    Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
  • 10.15 1. Teil: Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen

    • 10.15 Selbstverständnis und Realität eines Psychiatrie-Erfahrenen
      Thomas Müller-Rörich
    • 10.45 Psychische Krankheit und Familie in der medialen Darstellung
      Beate Lisofsky
    anschließend Fragen und Diskussion
  • 11.15 Kaffeepause

  • 11.30 2. Teil: Die Sicht der Fachleute

    • 11.30 Entstehung, Symptomatik und Behandlung psychischer Erkrankungen
      Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
    • 12.00 Berichterstattung über Suizid
      Prof. Dr. med. Tillmann Supprian
    anschließend Fragen und Diskussion
  • 12.30 Mittagspause

  • 13.30 3. Teil: Aus der Praxis

    • 13.30 Best Practice: die ARD Dokumentation "Wege aus der Depression"
      Claudia Ruby
    anschließend Fragen und Diskussion
  • 14.00 Vorstellung des neuen Leitfadens zur Berichterstattung

    Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

    danach Podiumsdiskussion:
    Wie können Empfehlungen eine sachgemäße, nicht-stigmatisierende Berichterstattung über psychische Erkrankungen unterstützen?

    • Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
    • Beate Lisofsky
    • Thomas Müller-Rörich
    • Claudia Ruby
    • Prof. Dr. med. Tillmann Supprian
  • 15.00 Fazit und learnings der Teilnehmer

  • 15.30 Ende der Veranstaltung

Das ausführliche Programm finden Sie hier:
2014-09-09-journalistenworkshop_prgramm.pdf (644.32 KB)

Moderation:

  • Katja Nellissen
    Freie Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin, Köln

Referentinnen und Referenten:

  • Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
    Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit; Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, LVR-Klinikum Düsseldorf
  • Beate Lisofsky
    Stv. Vorsitzende des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit;
    Dipl. Journalistin und Pressereferentin des Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK)
  • Thomas Müller-Rörich
    Vorsitzender der Deutschen Depressions Liga e.V. und selbständiger Unternehmer. Er erkrankte 1994 an einer schweren Depression und engagiert sich seitdem für die Entstigmatisierung der Krankheit.
  • Claudia Ruby
    Autorin des ARD-Films "Wege aus der Depression", freie Umwelt- und Wissenschaftsjournalistin; Vorstandsmitglied des Verbands "WPK - Die Wissenschaftsjournalisten" und Gutachterin beim "Mediendoktor" der Universität Dortmund.
  • Prof. Dr. med. Tillmann Supprian
    Stellv. Vorsitzender des Düsseldorfer Bündnis gegen Depression; Psychiater und Psychotherapeut; Leiter der Abteilung Gerontopsychiatrie und Alzheimerforschung am LVR-Klinikum, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Kontakt und Anmeldung

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Astrid Ramge
Projektkoordinatorin
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Tel.: (030) 2404 77 213
Fax: (030) 2404 77 229
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Homepage: www.seelischegesundheit.net 


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