Ein Themendienst des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit zu Nutzen und Vor(ur)teilen von Psychopharmaka

Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile nach Rückenleiden zu den häufigsten Diagnosen. Darunter zählen Depressionen zu den wichtigsten Volkskrankheiten, jeder achte Erwachsene leidet in Deutschland im Laufe seines Lebens an einer depressiven Störung.

Die gute Nachricht: Die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dazu tragen wesentlich die S3 Leitlinien der Fachgesellschaften als wissenschaftliche Grundlagen für Transparenz und Qualität in der Behandlung bei und berücksichtigen dabei auch die Forschung und Neuentwicklung von Psychopharmaka, die deutlich weniger Nebenwirkungen und eine bessere Verträglichkeit aufweisen.

Trotzdem ist die Einnahme von Psychopharmaka für viele Patienten in der Therapie eine schwerwiegende Hürde, meist aufgrund von Vorurteilen oder Ängsten. Diese muss von Behandler zu Patient partizipativ entschieden und über mögliche Behandlungsstrategien und die damit verbundenen erwünschten Wirkungen und möglichen Risiken ausführlich besprochen werden.

Gleichzeitig widmete die DAK in ihrem Jahresreport 2015 dem Thema Neuro Enhancement, also dem Doping am Arbeitsplatz durch Psychopharmaka einen Schwerpunkt und meldet steigende Zahlen. Knapp drei Millionen Deutsche haben verschreibungspflichtige Medikamente genutzt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Die Anzahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Substanzen schon zum Doping missbraucht haben, ist in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich gestiegen – von 4,7 auf 6,7 Prozent.

Sind Psychopharmaka also Fluch oder Segen? Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit beleuchtet in einem Themendienst Nutzen und Vor(ur)teile von Psychopharmaka.

Lesen Sie hier die Einschätzungen von Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten:
http://fairmedia.seelischegesundheit.net/index.php?Itemid=303.

Download: pm16-01-themendienst-psychopharmaka.pdf (138.20 KB)

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit. Zu den rund 80 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Astrid Ramge
Projektkoordination

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