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Gegen Vorurteile und Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen - Vier Preisträger beim DGPPN-Antistigma-Preis 2013

Am Samstag, den 30. November 2013, wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung auf dem DGPPN Kongress vier Initiativen, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen einsetzen, mit dem DGPPN-ANTISTIGMA-PREIS 2013 - FÖRDERPREIS ZUR ENTSTIGMATISIERUNG PSYCHISCHER ERKRANKUNGEN ausgezeichnet.

Der mit insgesamt 5.000 EUR dotierte Preis wurde unter zwei Preisträgern aufgeteilt, zwei weitere Anerkennungspreise wurden vergeben. Die Preisträger sind Irrsinnig Menschlich e.V. aus Leipzig mit dem Schulprojekt "Verrückt? Na und! Seelisch fit in Schule und Ausbildung" mit einem Preisgeld von 2.500 EUR, Wege e.V., aus Leipzig mit dem gemeindepsychiatrischen Zentrum "Lebensräume in seelischen Krisen", ebenfalls mit 2.500 EUR Preisgeld, sowie jeweils einen Anerkennungspreis an die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF für das Projekt "Psychische Gesundheit" und an die von Dr. Déirdre Mahkorn, Universitätsklinik Bonn, gegründete erste Lampenfieber-Ambulanz für Berufsmusiker.

Irrsinnig Menschlich e.V. setzt sich in seinem Programm "Verrückt? Na und! Seelisch fit in Schule und Ausbildung" in über 40 nationalen und internationalen Regionalgruppen aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei und in Zukunft auch Österreich für die Aufklärung über psychische Erkrankungen ein. Mit 400 ehrenamtlichen Akteuren und Moderatoren (Psychologen, Ärzte, Sozialarbeiter) und "Lebenslehrern", das sind Menschen, die psychische Krisen meistern mussten, werden an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen jährlich mehr als 10.000 Schüler und 2.500 Lehrer erreicht.

WEGE e.V. engagiert sich seit 18 Jahren mit seinem Projekt "Lebensräume zur Bewältigung seelischer Krisen" für die Belange psychisch kranker Menschen und deren Angehörige, insbesondere für Kinder von chronisch psychisch kranken Eltern. Ein vielfältiges Beratungs- und Hilfsangebot in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Sozialleben durchbricht damit den Kreislauf von Stigmatisierung, sozialer Isolation und erhöhtem Leidensdruck. Im Aufbau befindet sich derzeit ein "Familienhaus", eine psychosoziale Wohngemeinschaft für psychisch erkrankte Elternteile und deren Kinder, für welches das Preisgeld seinen guten Zweck findet.

Bei der BASF hat die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz 140-jährige Tradition und kümmert sich mit 150 Mitarbeitern, darunter zwei Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie, um 113.000 Mitarbeiter in der BASF-Gruppe. Ein Teil der Konzernphilosophie ist, Mitarbeiter mit körperlichen und psychischen Einschränkungen weiter zu beschäftigen und sie an ihrem Arbeitsplatz zu unterstützen. Mit Psychoedukation, durch Vorträge, Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen werden Vorurteile und Klischeedenken bezüglich psychisch erkrankter Menschen abgebaut und die gesellschaftliche Akzeptanz verbessert.

Dr. Déirdre Mahkorn von der Universitätsklinik Bonn ist Gründerin der ersten Lampenfieberambulanz für Berufsmusiker in Deutschland. Musiker erleben ihre Bühnenangst oftmals als tabuisiert und damit auch stigmatisierend und dies in einem extrem wettbewerbsorientierten Berufsfeld. In der Lampenfieberambulanz bauen sie mit verhaltenstherapeutischen Gruppeninterventionen, Selbsthilfegruppen und Vorführungen vor Fachpublikum ihre Ängste ab. Mit Hilfe des Teams um Frau Dr. Mahkorn wurden mittlerweile über 300 Patientinnen und Patienten aus dem In- und Ausland behandelt.

Unter 28 Einreichungen musste die Jury in diesem Jahr die Preisträger auswählen. Wichtigste Kriterien der Bewertung waren neben Nachhaltigkeit und Wirkungsgrad auch Kreativität und Vernetzung. Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel, Vorstandsvorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, bedankte sich bei den Preisträgern: "Dem unermüdlichen Engagement der Menschen hinter jeder Initiative und der nachhaltigen Entwicklung der Projekte haben wir es zu verdanken, dass das Thema psychische Erkrankungen und die Situation der Betroffenen in der gesellschaftlichen Debatte angekommen sind. Mit Ihrer Hilfe sind wir auf einem guten Weg, hier ein nachhaltigesUmdenken zu erreichen."

Der mit 5.000 EUR dotierte DGPPN-ANTISTIGMA-PREIS 2013 - FÖRDERPREIS ZUR ENTSTIGMATISIERUNG PSYCHISCHER ERKRANKUNGEN wird mit 4.000.-EUR von der Stiftung für Seelische Gesundheit sowie mit 1.000.- EUR vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Astrid Ramge
Projektkoordination

pm13-08-dgppn-antistigmapreistraeger.pdf (140.82 KB) 


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