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80 Jahre Zwangssterilisation - Selektion gestern, heute, morgen!

Der Aktionskreis ‘T4-Opfer nicht vergessen’ lädt am Samstag, den 7. September 2013 in Berlin zur Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer der Erbgesundheitsgesetze des Nationalsozialismus ein.

Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr in der Tiergartenstraße 4, im Südfoyer der Philharmonie. Es sprechen: Barbara Dünke, Historikerin; Barbara Stellbrink-Kesy; Ruth Fricke, Bundesverband der Psychiatrie Erfahrenen; Hubert Hüppe, MdB, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung; Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister, Berlin Mitte; Prof. Dr. Wolfgang Maier, Präsident der DGPPN.

Weitere Details entnehmen Sie dem Programm-Flyer 2013-09-07-einladung-gedenkstaette-flyer.pdf (202 KB)

Der Rassenwahn des NS-Regimes nahm seinen Anfang mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses am 14. Juli 1933. Es folgte eine Reihe weiterer Gesetze und Erlasse, bevor schließlich mit dem "Euthanasie"-Erlass, den Hitler auf den 1.9.1939 rückdatiert hatte, um den Krieg nach innen und außen zeitgleich beginnen zu lassen, die Tötungsmaschinerie für die als lebensunwert deklarierten kranken und behinderten Menschen in Gang gesetzt wurde. An ihnen wurden die Mordmethoden erprobt, die später in den Konzentrationslagern bei Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und politischen Gegnern eingesetzt wurden.

Zwangssterilisation und Patientenmorde waren aber mit Ende des 2. Weltkrieges lange nicht beendet. Hungertote gab es in deutschen Psychiatrien bis weit in die 50er Jahre. Zwangssterilisation behinderter Menschen gibt es bis heute noch. In den §§ 297 BGB und 1905 FamFG gibt es noch immer die Regelung, dass ein rechtlicher Betreuer der Sterilisation seines Betreuten unter sehr eng gefassten Voraussetzungen auch gegen dessen Willen zustimmen kann. Ansonsten findet Selektion nach lebenswert und lebensunwert mehr vorgeburtlich statt, mittels PND durch Abtreibung nach so genannter medizinischer Indikation und mittels PID im Achtzellenstadium im Reagenzglas.

Der Aktionskreis ‘T4 Opfer nicht vergessen’ ist ein Zusammenschluss von namhaften Verbänden und Organisationen der bundesdeutschen Psychiatrie. ‘Aktion T4’ - mit diesem Tarnbegriff bemäntelten die Nationalsozialisten ihr Mordprogramm an Kranken, abgeleitet von der Adresse der Stadtvilla Tiergartenstraße 4, in der dieses so genannte "Euthanasie"-Programm geplant und organisiert wurde. Der Aktionskreis engagiert sich in zahlreichen Projekten und Initiativen, diese Gräueltaten als Mahnung für die aktuelle Diskussion um einen menschenwürdigen Umgang mit psychischen Erkrankungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Astrid Ramge
Projektkoordination

pm13-05-gedenkfeier-t4-opfer-im-nationalsozialismus.pdf (111.52 KB)


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