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Mitten im Arbeitsleben - trotz psychischer Erkrankung

Arbeit allein macht nicht psychisch krank. Dies betonen Experten aus Wissenschaft und Praxis beim heutigen Symposium "Mitten im Arbeitsleben - trotz psychischer Erkrankung" in Berlin.

"Einflüsse der Arbeitswelt wie steigende Leistungsanforderungen und Unsicherheit erzeugende Beschäftigungsverhältnisse wirken immer im Zusammenspiel mit psycho-biologischen und sozialen Faktoren", erläutert der Psychiater und Vorsitzende des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit Prof. Wolfgang Gaebel. Risikofaktoren innerhalb der Arbeitswelt seien dabei neben fortgesetzt belastendem Stress meist Konflikte zwischen Menschen und ein geringes Mass an Kontrollmöglichkeiten, Autonomie und Partizipation für eine psychische Erkrankung, so der Audi-Werksarzt PD Dr. Stephan W. Weiler.

An der gemeinsamen Veranstaltung des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und der Bundesärztekammer nehmen 150 Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen und therapeutischer Professionen teil. Sie ist Teil der Fortbildungsreihe "Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt". Die diesjährige Veranstaltung zur Wiedereingliederung in den Berufsalltag zeigt Wege auf, wie Psychiater, Allgemeinmediziner, Betriebsärzte und Unternehmen kooperieren, um dem betroffenen Mitarbeiter einen schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Führungskräften kommt dabei eine besondere Rolle zu, da sie sowohl für die Interessen des Unternehmens, als auch für die Gesundheit der Mitarbeiter zuständig sind. Sie müssen und können dabei nicht zu "Minipsychiatern" werden, betont Dr. Hans-Peter Unger vom Zentrum für seelische Gesundheit in Hamburg-Harburg. Die Experten des Symposiums sind sich einig, dass der Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor für die Selbstwertstärkung und soziale Einbindung für erkrankte Mitarbeiter ist und sich generell positiv auf die seelische Gesundheit auswirkt.

Psychische Erkrankungen können zu langen Krankschreibungen führen und sind seit Jahren der Hauptgrund für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Mehr als jede dritte frühzeitige Berentung ist inzwischen durch eine dauerhafte psychische Erkrankung verursacht. Die Teilhabe am Berufsleben ist jedoch ein wichtiger Faktor sowohl zum Erhalt und zur Wiedergewinnung der psychischen Gesundheit für den einzelnen Menschen wie auch für die Gesellschaft.

Die gemeinsame Veranstaltung des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und der Bundesärztekammer war Teil der Fortbildungsreihe "Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt", die zum zweiten Mal stattfand.
Die gehaltenen Referate sind in Kurzform in dieser Ausgabe von ASUpraxis abgedruckt:
mitten-im-arbeitsleben-trotz-psychischer-erkrankung.pdf (780.36 KB)

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr. Zu den über 70 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Initiiert wurde das Bündnis 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms.

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit
Wiebke Ahrens
Projektkoordination

pm12-04-symposium-wiedereingliederung.pdf (203.78 KB)


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