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Was genau ist eigentlich die Psyche oder Seele?

Man kann sie nicht sehen, aber dennoch ist sie da. Das merkt man vor allem dann, wenn das seelische Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht kommt. Der Duden gibt darauf eine eindeutige Antwort: Unter Psyche versteht man die „Gesamtheit des menschlichen Fühlens, Empfindens“. Kommt dieses aus der Balance, spricht man von psychischen Störungen, nicht aber von geistiger Störung.

Die WHO prägte diesen Begriff, da er im Sinne von Stigmatisierung wertneutraler ist als der Begriff der psychischen Erkrankung und daher die Betroffenen weniger belastet. Psychische Störungen können jeden treffen. Die meisten von ihnen können aber, wenn sie frühzeitig diagnostiziert werden, genauso behandelt oder geheilt werden, wie viele körperliche Leiden.

In der klinischen Psychologie oder der Psychiatrie, die sich mit Krankheitsbildern von psychischen Störungen beschäftigen, werden diese anhand eines Kodex der Weltgesundheitsorganisation WHO gegliedert, um die Diagnosestellung zu ermöglichen. Dieser Kodex heißt ICD-10 (International Classification of Diseases) und klassifiziert über 500 psychische Störungen beispielsweise nach Affektivität oder Wahnhaftigkeit. Hierdurch ergeben sich auch die so genannten F-Diagnosen, die z.B. auf den Überweisungsscheinen von Psychiatern zu finden sind, und für Depression, Schizophrenie oder bipolare Störung (manisch-depressiv) stehen. Darüber hinaus gibt es auch den Codex DSM-V (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders), der in Deutschland zwar keine Anwendung findet, aber dennoch eine wichtige Rolle spielt.

Psychische Störungen sind heutzutage kein Einzelschicksal mehr. Fast jeder dritte Mensch leidet Schätzungen zufolge mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Das macht sich auch in der Wirtschaft bemerkbar: Psychische Störungen nehmen inzwischen den vierten Platz ein, wenn es um Krankheitstage geht. Außerdem sind seit Jahren die meisten Fehltage auf psychische Störungen zurückzuführen. Tendenz steigend.

  • Von A wie Angst bis Z wie Zwang

    Jeder kennt Tage, in denen alles grau in grau erscheint oder Situationen in denen die Belastungen des Alltags zu Schlaflosigkeit und Unwohlsein führen. Diese „normalen“ Verstimmungen sind zu unterscheiden von manifesten psychischen Erkrankungen, die medizinisch- therapeutisch behandelt werden müssen.


    Mehr zu den einzelnen Störungsbildern


Macht Arbeit psychisch krank?

Zunächst ist Arbeit eine wichtige Voraussetzung für das seelische Wohlbefinden. Arbeit stiftet Sinn, am Arbeitsplatz werden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt, und das Gefühl, gebraucht zu werden, wird hier ebenfalls befriedigt. So finden sich bei Menschen, die ihre Arbeit verloren haben und länger arbeitslos bleiben, vermehrt psychische Erkrankungen wie Depressionen.

Auf der anderen Seite hat die Zunahme der Psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren auch mit den gestiegenen Belastungen in der Arbeitswelt zu tun. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auslöser können persönliche Konflikte (Stichwort Mobbing), belastende Bedingungen wie ständiger Leistungsdruck und Schichtarbeit, Unsicherheit des Arbeitsplatzes, andauernde Überlastung, aber auch Unterforderung sein.

All diese Faktoren können mit dazu beitragen, dass Menschen, deren Widerstandskraft bereits fast aufgebraucht ist, eine psychische Krankheit entwickeln. In den letzten 15 Jahren betrug der Anstieg mehr als 80 Prozent. Depression und Angsterkrankungen drohen zu Volkskrankheiten am Arbeitsplatz zu werden.

psyGADas Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist Kooperationspartner des vom BMAS geförderten Projekts psyGA - psychische Gesundheit in der Arbeitswelt

  • Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

    Psychische Belastungen am Arbeitsplatz, die krank machen oder eine bestehende Erkrankung verschlimmern können, nehmen immer mehr zu. Daher ist es wichtig, den eigenen Stress abzubauen und auf seine innere Balance zu achten. Lesen Sie hier, wie Stress zustande kommt und warum Monotonie am Arbeitsplatz nicht förderlich für die psychische Gesundheit ist.

    Mehr zu den psychischen Belastungen


Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Bereichen Psychische Erkrankungen sowie Psychisch gesund am Arbeitsplatz. Das Themengebiet Psychische Erkrankung beinhaltet zentrale Anliegen des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und bildet einen Schwerpunkt unserer Arbeit.



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