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Gastbeitrag

Beitrag zum Thema "Soziale Inklusion psychisch erkrankter Menschen" von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer:

Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland Ende 2008 ratifiziert hat, ist eine inklusive Gesellschaft - eine Gesellschaft, in der alle Menschen selbstverständlich in Vielfalt zusammen leben, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Wünschen und Bedürfnissen.

Jeder Mensch hat das Recht, sich mit seinem individuellen Unterstützungsbedarf aber auch mit seinem individuellen Leistungsvermögen in der Gesellschaft einzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir vor allem zweierlei: zum einen umfassende Barrierefreiheit. Und zweitens die Bereitschaft aller Menschen, sich auf diese Vielfalt einzulassen, Teilhabe und Selbstbestimmung zuzulassen.

Deutschland hat in beiden Punkten Nachholbedarf. Zwar hat der deutsche Gesetzgeber den Anspruch behinderter Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe an der Gesellschaft bereits in verschiedenen Gesetzen manifestiert, diese gesetzlichen Instrumente haben es aber in der Praxis oft schwer sich durchzusetzen. Ich stelle fest, dass behinderte Menschen zwar theoretische Ansprüche haben, dass diese im alltäglichen Leben aber allzu oft unbeachtet bleiben.

Gerade Menschen mit einer Behinderung, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, haben es schwer, ihre Umwelt für ihre besonderen Bedürfnisse zu sensibilisieren und ihre Ansprüche durchzusetzen. Deswegen ist umfassende Aufklärung und Information so wichtig. Es muss möglich sein, schnelle unbürokratische Hilfen in Anspruch zu nehmen. Es gilt, flexible Lösungen für jeden einzelnen zu finden. Nur so kann soziale Inklusion gelingen. Wir werden uns daher der Herausforderung stellen müssen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Hier erhoffe ich mir von der Diskussion um die UN-Behindertenrechtskonvention Rückenwind. Ich führe derzeit gemeinsam mit den Verbänden des Deutschen Behindertenrates eine Kampagne durch, um die Konvention bekannter zu machen und Änderungsbedarfe zu konkretisieren. "alle inklusive" ist nicht nur der Titel der Kampagne sondern auch unser Ziel und die Aufgabe für die nächsten Jahre.


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