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Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Ausgabe des Bündnis-Newsletters möchten wir Ihnen einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit geben. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in diesem Jahr auf dem Thema "Seelische Gesundheit und Arbeitswelt". Hierzu findet im März eine internationale Konferenz in Berlin statt, die das Aktionsbündnis gemeinsam mit der WHO, der Europäischen Kommission und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit organisiert.

Auch die Vorbereitungen zur Woche der Seelischen Gesundheit im Oktober sind bereits wieder im vollen Gange. In Berlin kann man dabei schon fast von einer Tradition sprechen, denn die Aktionswoche findet hier bereits zum dritten Mal statt. Doch nicht nur in der Hauptstadt wird sich rund um den internationalen Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober alles um das Thema Seelische Gesundheit drehen - wie Sie im zweiten Teil unserer Ankündigungen lesen können.

Der Gastbeitrag kommt in dieser Newsletter-Ausgabe von der Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Katrin Evers-Meyer, zum Thema "Soziale Inklusion psychisch erkrankter Menschen". Zum Schluss möchten wir Ihnen "das Herz" des Aktionsbündnisses vorstellen: die mittlerweile über 50 Bündnis-Partner. Beginnen werden wir mit fünf Gründungsmitgliedern des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Ihr Redaktionsteam

NewsletterNo3_2009-03.pdf


Ausblick 2009

Internationale Konferenz am 17. & 18. März in Berlin

Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa, und in Kooperation mit der Europäischen Kommission sowie dem Bundesgesundheitsministerium lädt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit am 17. und 18. März zu einer internationalen Konferenz "Mental health and well-being at the workplace - Protection and inclusion in challenging times" ein. Ein thematischer Schwerpunkt liegt auf den Fragen, wie Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen für das Berufsleben gestärkt und ihre Integration in den Arbeitsmarkt insbesondere angesichts wirtschaftlich angespannter Zeiten gefördert werden kann. Weitere Themen: Prävention psychischer Gesundheitsprobleme, Wege der Integration in den ersten Arbeitsmarkt, Stigma und Diskriminierung am Arbeitsplatz überwinden.
Programm und Anmeldung unter: www.mental-wellbeing.net

Aktionswoche der Seelischen Gesundheit vom 5. bis 11. Oktober

Bei der 3. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit wird sich in diesem Jahr alles um das Thema "Seelische Gesundheit in der Familie" drehen. Es geht um die Bedürfnisse und die psychische Gesundheit von Kindern psychisch erkrankter Eltern ebenso wie um die Fragen und Anliegen von Eltern mit psychischen Gesundheitsproblemen. Aber auch die seelische Gesundheit der verschiedenen Generationen - von Kindern und Jugendlichen bis hin zur Grosselterngeneration - wird eine Rolle spielen.
Interessierte Einrichtungen und Organisationen können ab April eine Veranstaltung zur Berliner Aktionswoche online anmelden: www.aktionswoche.seelischegesundheit.net

Neu: Die Woche der Seelischen Gesundheit wird in diesem Jahr nicht nur in Berlin stattfinden, sondern weitere Städte schliessen sich der Aktion an. So hat in München das Münchner Bündnis gegen Depression die Organisation einer Aktionswoche übernommen. Im Landkreis Harburg werden am 9. und 10. Oktober die zweiten niedersächsischen Aktionstage für seelische Gesundheit stattfinden.


Gastbeitrag

Beitrag zum Thema "Soziale Inklusion psychisch erkrankter Menschen" von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer:

Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland Ende 2008 ratifiziert hat, ist eine inklusive Gesellschaft - eine Gesellschaft, in der alle Menschen selbstverständlich in Vielfalt zusammen leben, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Wünschen und Bedürfnissen.

Jeder Mensch hat das Recht, sich mit seinem individuellen Unterstützungsbedarf aber auch mit seinem individuellen Leistungsvermögen in der Gesellschaft einzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir vor allem zweierlei: zum einen umfassende Barrierefreiheit. Und zweitens die Bereitschaft aller Menschen, sich auf diese Vielfalt einzulassen, Teilhabe und Selbstbestimmung zuzulassen.

Deutschland hat in beiden Punkten Nachholbedarf. Zwar hat der deutsche Gesetzgeber den Anspruch behinderter Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe an der Gesellschaft bereits in verschiedenen Gesetzen manifestiert, diese gesetzlichen Instrumente haben es aber in der Praxis oft schwer sich durchzusetzen. Ich stelle fest, dass behinderte Menschen zwar theoretische Ansprüche haben, dass diese im alltäglichen Leben aber allzu oft unbeachtet bleiben.

Gerade Menschen mit einer Behinderung, die nicht auf den ersten Blick zu sehen ist, haben es schwer, ihre Umwelt für ihre besonderen Bedürfnisse zu sensibilisieren und ihre Ansprüche durchzusetzen. Deswegen ist umfassende Aufklärung und Information so wichtig. Es muss möglich sein, schnelle unbürokratische Hilfen in Anspruch zu nehmen. Es gilt, flexible Lösungen für jeden einzelnen zu finden. Nur so kann soziale Inklusion gelingen. Wir werden uns daher der Herausforderung stellen müssen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Hier erhoffe ich mir von der Diskussion um die UN-Behindertenrechtskonvention Rückenwind. Ich führe derzeit gemeinsam mit den Verbänden des Deutschen Behindertenrates eine Kampagne durch, um die Konvention bekannter zu machen und Änderungsbedarfe zu konkretisieren. "alle inklusive" ist nicht nur der Titel der Kampagne sondern auch unser Ziel und die Aufgabe für die nächsten Jahre.


Das Aktionsbündnis stellt sich vor (1)

Anfang 2009 konnte das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit den 50. Bündnis-Partner begrüssen. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, Ihnen in diesem und den kommenden Newslettern die Bündnispartner vorzustellen.

"Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, ein bundesweites Netzwerk aufzubauen, in dem sich mittlerweile über 50 Partner aus den Bereichen Psychiatrie, Selbsthilfe, Gesundheitsförderung und Politik engagieren. Hinter dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit steht die Strategie der Vernetzung, um die gemeinsame Position der zahlreichen Initiativen zur Förderung der seelischen Gesundheit zu stärken und zusammen einen gesellschaftlichen Diskurs zur Enttabuisierung psychischer Erkrankungen anzustossen."

Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses

Alle Mitglieder des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit finden Sie auf der Internetseite www.seelischegesundheit.net.

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) ist die älteste und mit über 4.700 Mitgliedern grösste wissenschaftliche Vereinigung von Ärzten, Psychotherapeuten und von Angehörigen anderer akademischer Berufe, die in Deutschland auf den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde arbeiten. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Förderung von Forschung und Wissenschaft. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel der DGPPN, die Versorgungssituation und die Stellung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft zu verbessern.

"Die DGPPN hat das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit mit ins Leben gerufen, da die Überwindung von Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch erkrankter Menschen ein gemeinsames Vorgehen erfordert. Wenn wir uns zusammen einsetzen, können wir erreichen, dass psychische Erkrankungen als das wahrgenommen werden, was sie sind: Erkrankungen, die behandelbar und gerade bei einer frühzeitigen Behandlung oft auch heilbar sind. Psychiater und Psychotherapeuten haben gleichberechtigt mit anderen helfenden Professionen, Angehörigen und Betroffenen in dem Aktionsbündnis eine Plattform, dieses Ziel nach vorne zu bringen."

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, Präsident DGPPN
www.dgppn.de 

Open the doors

Der Verein "Open the doors e.V. Deutschland" ist Teil des weltweiten Programms der World-Psychiatric-Association (WPA) gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. "Open the doors" verbindet und unterstützt Zentren in mehreren deutschen Städten und Regionen Deutschlands, die mit Informationsprogrammen und Aufklärungsmassnahmen das Wissen um Ursachen, Aussehen und Behandlungsmöglichkeiten insbesondere von schizophrenen Störungen verbessern wollen. "Open the doors" beschäftigt sich auch mit den wissenschaftlichen Grundlagen von Antistigma-Arbeit.

"Wir engagieren uns im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, weil nur mit dem gemeinsamen Engagement der Betroffenen, der Angehörigen und der professionellen Therapeuten die Integration von Menschen mit seelischen Erkrankungen in unsere Gesellschaft gelingen kann. Das Aktionsbündnis steht für die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber Menschen, die unsere Unterstützung und Hilfe brauchen."

Prof. Dr. Arno Deister, Vorstandsmitglied und Vertreter von Open the doors im Aktionsbündnis 

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener

Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE) vertritt die Interessen von Psychiatrie-PatientInnen und ehemaligen PatientInnen mit dem Ziel nicht- psychiatrische Hilfsangebote entstehen zu lassen. Wo dies nicht möglich ist, ist das Ziel eine andere, gewaltfreie Psychiatrie, in der die verfassungsrechtlich geschützte Würde auch Psychiatrie-PatientInnen gegenüber geachtet wird und in der sie als integraler Bestandteil der Gesellschaft gesehen werden.

"Der BPE engagiert sich im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, um der Ausgrenzung und Benachteiligung heutiger und ehemaliger Psychiatrie-PatientInnen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens entgegen zu wirken. Dies gilt auch für die Opfer von Zwangssterilisation und Patientenmord in der Zeit des Nationalsozialismus."

Ruth Fricke, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des BPE
www.bpe-online.de 

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker

In Deutschland leben rund eine halbe Million chronisch psychisch Kranke, die Mehrzahl davon in ihren Familien. Diese sind mit ihren Problemen und Belastungen oft alleingelassen und überfordert. Schon vor Jahren haben sich vor diesem Hintergrund in allen Bundesländern Selbsthilfegruppen und Landesverbände gebildet, um sich gegenseitig zu stützen und die Interessen der Familien besser zu vertreten. 1985 wurde der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. gegründet.

"Wir berufen uns auf Artikel 3 des Grundgesetzes. Dort heisst es: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Dieser Grundsatz muss auch für psychisch kranke Menschen verwirklicht werden. Noch immer haben diese Menschen und ihre Familien unter Ausgrenzung und Stigmatisierung zu leiden. Der selbstverständliche, tolerante Umgang mit ihnen wird durch mangelndes Wissen, durch Klischees und Vorurteile verhindert. Gegen diese Stigmatisierung und Diskriminierung kämpfen wir auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. Deshalb unterstützen wir das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit aktiv."

Gudrun Schliebener , Vorsitzende BApK
www.bapk.de 

Bundesärztekammer

Die Bundesärztekammer ist als Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung. Sie vertritt die berufspolitischen Interessen der 413.696 Ärztinnen und Ärzte (Stand: 31.12.2007) in der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesärztekammer wirkt aktiv am gesundheitspolitischen Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft mit und entwickelt Perspektiven für eine bürgernahe und verantwortungsbewusste Gesundheits- und Sozialpolitik. Der 109. Deutsche Ärztetag - das höchste Parlament der Ärzteschaft - hat sich im Jahr 2006 im Rahmen eines Tagesordnungspunktes intensiv mit der Thematik "Diskriminierung psychisch Erkrankter" befasst und in einer viel beachteten Entschliessung sich strikt gegen diese Diskriminierung ausgesprochen.

"Die Bundesärztekammer unterstützt umfassend die Projekte des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit, weil sie es für notwendig erachtet, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jeden betreffen können. Tabus und Ängste müssen endlich abgebaut werden."

Dr. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer
www.baek.de


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