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Gastbeitrag

Statement zur Berliner Woche der Seelischen Gesundheit von dem Psychiatrie-Beauftragten des Landes Berlin, Heinrich Beuscher:

Information und Aufklärung über psychische Störungen, das Aufzeigen, dass es Gesundheit ohne seelische Gesundheit nicht gibt aber auch das konsequente Eintreten für die Rechte und Belange psychisch erkrankter Menschen ist für mich eine grosse Herausforderung. Die häufige Skepsis gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen und weit verbreitete Voreingenommenheit halten sich hartnäckig. Stigmatisierung von psychischer Erkrankung ist leider auch heute noch, trotz der grossen Erfolge der Psychiatriereform, ein gesellschaftliches Problem. Folgerichtig haben auch die Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen der Bundesländer auf ihrer Sitzung im Juli 2007 darauf hingewiesen, dass die Entstigmatisierung eine gesellschaftliche Aufgabe ist, die weiterhin grosser Anstrengungen aller gesellschaftlichen relevanten Kräfte bedarf.

Dass Vorurteile ausgeräumt, psychisch kranke Menschen genauso wie somatisch kranke akzeptiert werden, dafür setze ich mich ein. Deswegen hat mich die Idee des Aktionsbündnisses, eine ganze Woche für seelische Gesundheit in Berlin zu initiieren und somit ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen, fasziniert. Viele andere in der Stadt haben dies genauso gesehen und sich gern auf dieses Experiment eingelassen. Der Berliner Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, unterstützt diese Kampagne offensiv und hat mit der Übernahme der Schirmherrschaft ein Zeichen zur konsequenten Förderung seelischer Gesundheit und gegen Stigmatisierung gesetzt. Auch die Senatorin für Gesundheit, Katrin Lompscher, hat zur Woche der seelischen Gesundheit die politischen Verantwortungsträger in den Berliner Bezirken aufgerufen, sich aktiv für die Belange psychisch kranker Menschen einzusetzen. Über 80 Veranstaltungen in kurzer Zeit auf die Beine zu stellen, war ein riesiger Erfolg und ich danke auch an dieser Stelle allen Veranstaltern und Initiatoren ausdrücklich.

Und doch bewegt man mit einer einzelnen Aktion noch längst keinen Bewusstseinswandel. Deswegen begrüsse ich es, dass die Initiatorinnen und Initiatoren diese Aktionswoche wiederholen wollen und unterstütze die Veranstaltungen. Ich freue mich sehr, dass das "Aktionsbündnis Seelische Gesundheit" die seelische Gesundheit (wieder) eine Woche lang zum öffentlich erfahrbaren Thema in Berlin und möglichst vielen weiteren Städten und Gemeinden in Deutschland macht.


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