Zum 7. Mal veranstalten die 14 Verbände des Kontaktgespräches Psychiatrie am ersten Septemberwochenende die Veranstaltung »Gegen das Vergessen– Aus der Geschichte lernen«. »Euthanasie« und Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderungen wurden in der NS-Diktatur möglich, nachdem sie zuvor als »unheilbar« und »lebensunwert« erklärt wurden. Mindestens 200.000 psychisch kranke und behinderte Menschen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen des »Euthanasie«-programms umgebracht. Die große Mehrheit der Opfer hatte Angehörige. In welcher Lage befanden sich die Angehörigen dieser dem Tod geweihten Menschen? Welche Unterstützung erhielten sie während der Zeit und in der Zeit nach dem Nationalsozialismus in den 50er Jahren bis heute? Wie sieht die Situation der Angehörigen von seelisch behinderten Menschen heute aus und für welche Ziele setzen sich Angehörige von psychisch erkrankten Menschen ein? Die Vorträge beschäftigen sich mit geschichtlichen und aktuellen Entwicklungen und Realitäten (Friedrich Leidinger) und mit der Bewegung der Angehörigen, welche sich der Suche nach dem Schicksal ihrer Familienmitglieder und dem Umgang damit sowohl nach außen als auch innerhalb der eigenen Familie widmet. (Sigrid Falkenstein und Renate Michel)

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer von Patientenmord und Zwangssterilisation in der NS-Zeit am 1. September findet bereits zum 12. Mal statt. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der "Logistik von Patientenmord und Zwangssterilisation".

 

Programm:

Freitag, 31. August 2018

Vorträge und Diskussionen

Moderation: Dr. Klaus Obert

13.00 Uhr Begrüßung Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors

13.15 Uhr Im langen Schatten des Verbrechens. Die Familien und Hinterbliebenen der in der NS-»Euthanasie« Ermordeten und die Schuld der Überlebenden. - Dr. med. Friedrich Leidinger MBA

14.00 Uhr Das Schweigen brechen – die heilsame Aufarbeitung einer Familiengeschichte. - Renate Michel

14.45 Uhr Pause

15.15 Uhr Annas Spuren – Schweigen, Vergessen und Erinnern in Annas Familie. - Sigrid Falkenstein

16.00 Uhr Diskussion und Rückblick auf die Veranstaltung

16:30 Uhr Ende der Veranstaltung

 

Veranstaltungsort Begleitprogramm:

Stiftung Topographie des Terrors

Niederkirchnerstr. 8

10963 Berlin

Eintritt frei

 

Samstag, 1. September 2018

Gedenkveranstaltung für die Opfer von »Euthanasie« und Zwangssterilisation

14:00-16:00 Uhr

Begrüßung und Moderation: Ruth Fricke BPE e.V.

Grußwort: Dr. Thomas Götz Landesbeauftragter für Psychiatrie Berlin

Vorträge:

Krankenmord und Psychoanalyse. Die Verbindung des Göring Instituts zur T4. - Ingo Harms

Unterwegs im Brachland des Vergessens. Erfahrungen einer Nachgeborenen bei der Aufarbeitung der Geschichte der Krankenmorde. - Barbara Stellbrink-Kesy

Gedenkworte: Thomas Künneke

 

Veranstaltungsort Gedenkveranstaltung:

Philharmonie (Südfoyer)

Tiergartenstr. 4

10785 Berlin

 

Anmeldung für das Begleitprogramm:

An Frau Marion Funke

Caroline-Michaelis-Straße 1

10115 Berlin

Telefon: 030/652 11 1571

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Anmeldecoupon für das Begleitprogramm:

www.topographie.de/fileadmin

 

Weitere Informationen:

www.topographie.de/veranstaltungen


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