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#krisenkraft – Unter diesem Motto hat die Mental Health Crowd rund um den  Welt-Suizidpräventionstag am 10. September und dem World Mental Health Day am 10. Oktober den ersten deutschen Mental Health Month ins Leben gerufen, den das Aktionsbündis gemeinsam mit über 30 Vereinen, Organisationen und Mental Health Aktivist*innen (u.a. Freunde für's Leben, Deutsche Depressionsliga, Münchener Bündnis gegen Depression, Eckhart Busch Stiftung, Die Erfahrungsexperten, u.v.m.) unterstützt.

Angelehnt an das Motto der Woche der Seelischen Gesundheit (10.-20. Oktober) "Mit Kraft durch die Krise! Gesund bleiben – auch psychisch" wird es in den Wochen davor zahlreiche Angebote und Aktionen mit Live- und Online-Veranstaltungen, Podcasts, Blogbeiträgen und jeder Menge Infos rund um die seelische Gesundheit geben.

Unter folgendem Link gelangen Sie zum Kalender des Mental Health Month, wo Sie alle Veranstaltungen und Beiträge in einer Übersicht finden: https://deinkopfvollerfragen.de
 


Einladung zur Video-Diskussionsveranstaltung am 4. September zum Thema „Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!“ 

In der Tiergartenstraße 4 in Berlin plante das NS-Regime die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen („Aktion T4“). Als Erinnerung an diese Verbrechen organisieren die Verbände aus dem sog. „Kontaktgespräch Psychiatrie“ gemeinsam mit verschiedenen anderen Organisationen seit vielen Jahren im September eine Gedenkveranstaltung.

In diesem Jahr findet am 4. September von 14 bis 16 Uhr die Live-Video-Diskussionsveranstaltung zum Thema „Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!“ statt. Teilnehmende sind u. a.

  • Hans Thiersch, Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik
  • Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
  • Klaus Obert, Kontaktgespräch Psychiatrie
  • Georg Schomerus, Experte für Sozialpsychiatrie und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig

Weitere Informationen und den Zoom-Link, um an der Veranstaltung teilzunehmen, finden Sie auf dem Gedenkportal www.nichtvergessen-gedenktag2020.de.
 


	 Senatorin Dilek Kalayci (Foto: Nils Bornemann)
Senatorin Dilek Kalayci (Foto: Nils Bornemann)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Berlinerinnen und Berliner,

die Berliner Woche der seelischen Gesundheit findet in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem hochaktuellen Motto „Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“.

Die Corona-Pandemie in ihrem gesamten Ausmaß hat uns alle überrascht. Wer hätte sich im Januar vorstellen können, dass Schulen, Kindertageseinrichtungen, der Einzelhandel, die Gastronomie und viele weitere Bereiche des täglichen Lebens über Wochen bzw. Monate schließen würden? Dass es Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht geben könnte? Dass Behörden und Verbände der Freien Wohlfahrtspflege ihre Leistungen nicht mehr wie gewohnt erbringen können?

Die AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken haben wir inzwischen gelernt, um unser Leben so normal wie möglich weiter zu führen.

Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“. Dieses Motto zeigt bereits, dass es um weit mehr als Infektionsschutz geht. Wir haben Situationen erlebt, die wir uns bislang nicht vorstellen konnten. Große und kleine Unternehmen bangten um ihre Existenz, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten um ihre Arbeitsplätze und damit um die finanzielle Sicherheit ihrer Familien fürchten.

Kinder wurden via Internet beschult. Eltern mussten dies, während sie zum Teil selbst im Homeoffice arbeiteten, begleiten. Sie mussten betreuen, motivieren und trösten, wenn die Freunde so sehr vermisst wurden. Konflikte schlichten, wenn die „heimischen vier Wände einfach zu eng“ wurden. Entlastungsmöglichkeiten wie Putzhilfen oder Kinderbetreuung entfielen. Die Sorge um die schulische Bildung, die so wichtig für die Zukunft ist, war groß.

Die Befürchtung, häusliche Gewalt könnte zunehmen, hat sich leider bestätigt.

Die alten Menschen, die als Risikogruppe für schwere Verläufe benannt wurden, drohten durch die Kontaktbeschränkungen zu vereinsamen und Depressionen nahmen zu. In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern durften keine Besuche mehr stattfinden.

Im Großen und Ganzen funktionierte der Alltag trotzdem erstaunlich gut! Dennoch: Viele Menschen konnten mit einer solchen Krise ganz gut umgehen, bei anderen wurde die Psyche schwer belastet. Wir wissen aus früheren Krisen, dass in akuten Phasen die Gesellschaft oftmals gut zusammenhält – so auch dieses Mal. Das ändert sich aber irgendwann und die Belastung kommt erst nach einem halben Jahr so richtig zu Tage. Oder man steht gar vor den Scherben der Existenz. Der Widerstand gegen die Schutzmaßnahmen wächst, auch sich verbreitende Verschwörungstheorien nähren die Ängste. Im Vergleich zu normalen Stichproben zeigen sich erhöhte Werte für Angst und Depressionen. Die Leute sind unruhiger, nervöser und haben vermehrt Schlafstörungen. Insgesamt sind das ernst zu nehmende Faktoren.

Eine besondere Herausforderung stellt für infizierte Menschen oder für Menschen mit einem Infektionsverdacht die Quarantäne dar. Hier wurde unbürokratisch eine spezielle Beratungshotline eingerichtet.

Um wie vieles härter muss die Krise mit ihren Auswirkungen Menschen mit psychischen Erkrankungen getroffen haben? Es wurden alle Anstrengungen unternommen, gerade schwer psychisch kranke Menschen in der Situation nicht allein zu lassen und besonders auch Krankenhauseinweisungen zu vermeiden - was auch weitestgehend gelungen ist. Allerdings konnten die Betreuungsleistungen nicht wie bisher erbracht werden, sondern mussten oft in alternativer Form (per Telefon, Video) erfolgen. Es bleibt abzuwarten, ob sich daraus negative Effekte entwickeln.

Mit der diesjährigen Woche der seelischen Gesundheit haben wir nun die Möglichkeit, die Krise selbst, die Folgen und die getroffenen Maßnahmen zu reflektieren. Eine zweite Corona-Welle ist nicht auszuschließen und man kann immer dazulernen und Dinge besser machen. In diesem Sinn wünsche ich allen Veranstaltenden und Teilnehmenden einen interessanten und konstruktiven Austausch.

Ihre
Dilek Kalayci
Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung


Um Infektionen mit dem Coronavirus zu vermeiden, gilt derzeit, direkte soziale Kontakte weitestgehend zu reduzieren. Dies kann sich problematisch auf therapeutische Angebote wie ambulante Therapien und persönliche Beratungen auswirken. Hier können therapeutische digitale Video- und Online-Angebote, sogenannte E-Mental-Health-Anwendungen, einen wichtigen Beitrag leisten.

Welche Online-Therapien sind wirklich hilfreich?

Neben Gesprächskontakten via Videotechnologie sind auch Online-Therapie- oder Selbstmanagement-Programme hilfreich bei der Überbrückung der Corona-Krise. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat dazu wissenschaftlich fundierte und kostenlose E-Mental-Health-Angebote veröffentlicht. Zudem können die von der DGPPN in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie entwickelten Qualitätskriterien Ärzten, Psychotherapeuten und nicht zuletzt den Nutzern dabei helfen, wirksame und empfehlenswerte internetbasierte Selbstmanagementinterventionen auszuwählen.

Folgende wissenschaftlich fundierte und kostenlose Online-Therapieprogramme sind derzeit bekannt:

  • moodgym ist ein Online-Selbsthilfeprogramm zur Vorbeugung oder Verringerung von depressiven Symptomen
  • Das iFightDepression Tool ist ein normalerweise vom Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten begleitetes Selbstmanagement-Programm für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren der Stiftung Deutsche Depressionshilfe e. V., das derzeit Betroffenen auch ohne Begleitung zugänglich ist.

Weitere hilfreiche Online-Angebote:

  • Das Portal psychenet.de bietet wissenschaftlich fundierte Informationen für Betroffene mit psychischen Belastungen und Erkrankungen und ihren Angehörigen.
  • Die KrisenKompass-App der TelefonSeelsorge ist ein kostenloser „Notfallkoffer für die Hosentasche“. Es stehen unter anderem Funktionen bereit, die auch in der Psychotherapie genutzt werden, wie zum Beispiel die Aufzeichnung von Stimmungen als Tagebuchfunktion oder das Anlegen eines Safety-Plans.
  • Die „angstfrei.news“ der Deutschen Angst-Hilfe e. V. sind ein Wegweiser für Menschen mit Angsterkrankungen durch die Corona-Informationsflut des Internets und der sozialen Netzwerke. „Angstfreie“ Nachrichten werden kuratiert und täglich um 8:00 Uhr und um 20:00 Uhr zur Verfügung gestellt.
  • Die BDP-Corona-Hotline bietet professionelle psychologische Beratung per Telefon an. Sie richtet sich an alle, die durch die Corona-Krisensituation psychisch belastet sind, indem sie beispielsweise unter der häuslichen Isolation leiden, den sozialen Rückhalt vermissen, die Struktur im Alltag verlieren oder unsicher sind wie es weitergeht.
  • starkdurchdiekrise.de ist eine bundesweite Initiative zur psychologischen Unterstützung der Bevölkerung und bietet u.a. eine kostenfreie Hotline zur psychologischen Erstversorgung und ein Corona-Online-Training mit psychologischer Begleitung.

Weitere aktuelle Empfehlungen für Online-Angebote finden Sie hier auf der Webseite der DGPPN.

Mehr Informationen zum e-Mental-Health-Projekt eMen finden Sie hier.

 

 

 

 


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