Die 13. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit findet vom 10.-20. Oktober 2019 statt. Im Fokus steht dieses Jahr:  „Gemeinsam statt einsam - seelisch gesund zusammenleben“

Unser soziales Umfeld erfüllt verschiedene Funktionen: Partner, Freunde, Familie, Nachbarn oder Kollegen sind Gesprächspartner und emotionaler Beistand, sie motivieren uns aber auch zu gemeinsamen Aktivitäten in der Freizeit und achten mit darauf, wie es uns geht. So verbessert ein gutes soziales Umfeld ganz praktisch die körperliche und seelische Gesundheit. Einsamkeit und soziale Isolation dagegen werden heute als Risikofaktor für verschiedene (psychische) Erkrankungen identifiziert. Dabei spielen auch sozioökonomische Aspekte eine große Rolle: Faktoren wie Alter, chronische Erkrankungen oder Armut können das Risiko erhöhen, gesellschaftlich isoliert zu werden und an den Folgen der Einsamkeit zu erkranken. Aber auch junge Menschen, die z.B. wegen Job oder Studium in eine fremde Stadt ziehen, sind immer häufiger von Isolation und ihren Folgen betroffen. Etwa 15% der 30-60jährigen in Deutschland geben an unter Einsamkeit zu leiden - eine große gesellschaftliche Herausforderung, die wir im Rahmen der Aktionswoche näher beleuchten möchten.

o Welche Strukturen brauchen wir in der Großstadt Berlin für ein soziales und gesundes Miteinander? Welche sozialen Faktoren und Rahmenbedingungen fördern ein Leben in Gemeinschaft

o Wie können ehrenamtliche Projekte dazu beitragen, unsere Gesellschaft menschlicher zu machen und Ausgeschlossene zu integrieren? (Stichwort Nachbarschaftshilfe, Stammtisch)

o Welche zivilgesellschaftlichen Ressourcen haben wir, um Einsamkeit vorzubeugen?

o Inklusion von (psychisch) beeinträchtigten Menschen – Welche Modelle sind nachhaltig?

o Herausforderung unserer alternden Gesellschaft: Was tun gegen Einsamkeit im Alter?

o Armut und psychische Erkrankungen – wie kann soziale Teilhabe gelingen? Wie können wir Langzeitarbeitslosigkeit und Frühberentung verhindern?

Mit all diesen Fragen möchten wir bei der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit 2019 wieder mit Ihnen in den Dialog kommen.

Die Anmeldung der Veranstaltungen wird derzeit überarbeitet und dann ab Anfang Mai freigeschaltet sein.

Aktuelles zur Aktionswoche finden Sie auch auf unserer Facebook Seite Haben Sie Fragen zur Planung Ihrer Veranstaltung, zum online-Formular oder zur Aktionswoche? Kontaktieren Sie uns.

 

 

 

Das Berliner Filmprojekt "Irrsinnig Menschlich" feiert mit einem Sonderprogramm sein 10jähriges Jubiläum. Nach einem erfolgreichen Start mit der Premiere des Dokumentarfilms "Neben der Spur" und weit über 300 Zuschauer*innen folgt am 13. März die nächste Veranstaltung im Kino CineMotion. Gezeigt wird der Film "Treppe aufwärts", der die Auswirkungen der Spielsucht über Generationen hinweg am Beispiel einer Familie zeigt.

Spielsucht mag eher ein unauffälliges Thema im Alltag sein. Es gibt jedoch vielerlei Gelegenheit zu spielen. In Spielotheken oder Wettbüros, am Smartphone, im TV oder auch auf der Straße bei den sogenannten Hütchenspielern. Aber wen betrifft dies eigentlich? Wer spielt denn? Wann ist die Grenze hin zur Sucht überschritten? Und welche Auswirkungen hat es für Familien, wenn Schulden entstehen, wenn man sich auf das Familienmitglied nicht mehr verlassen kann. Spielsucht ist eine massive Belastung für die Seelische Gesundheit der Familienmitglieder. Dem geht der Film mit Hanno Kofler in der Hauptrolle nach.

Im Anschluss an die Vorführung werden wieder interessante Podiumsgäste für das Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung stehen. Termin ist am 13. März 2019 um 17:30 Uhr im Kino CineMotion, Wartenberger Str. 174, Berlin-Hohenschönhausen.

Das weitere Programm bis zum Jahresende unter https:cinemotion-kino.de/berlin/events-specials

Die Filmreihe "Irrsinnig Menschlich" ist eine Kooperation des Gemeindepsychiatrischen Verbundes Lichtenberg, des Kinos CineMotion, des Bezirksamtes Berlin-Lichtenberg, des Angehörigenverbands für psychisch Kranke ApK, des Vereins expeerienced und des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge. (Abteilung Psychiatrie) 

 

 

 

 

 

Am 29. November veranstaltete die DGPPN in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit das dritte öffentliche Event im Rahmen des eMEN-Projekts in Deutschland. Wie im vergangenen Jahr war das Seminar in den jährlichen DGPPN Kongress eingebettet und zog als eines der Highlights im Programm rund 180 interessierte Teilnehmer*innen an. Im Fokus der Veranstaltung standen die unterschiedlichen politischen und rechtlichen Bedingungen für die Nutzung und Implementierung der E-Mental-Health-Angebote in den nordwesteuropäischen Partnerländern. Impulse hierfür boten die ersten Ergebnisse der eMEN-Arbeitsgruppe, die überregionale Empfehlungen für geeignete Rahmenbedingungen für die Implementierung erarbeitet. Wie auf den vergangenen Veranstaltungen waren im Publikum wieder Experten, Betroffene und Entwickler*innen vertreten.

Sieben Unternehmen präsentierten im Start-Up-Slam ihre innovativen Anwendungen aus verschiedenen Bereichen der psychosozialen Versorgung. Die Veranstaltung bot den Teilnehmer*innen darüber mit einem kleinen Start-Up-Markt im Foyer der Veranstaltung hinaus Gelegenheit, erste Erfahrungen in der Anwendung der Programme zu sammeln, die Produkte vor Ort direkt auszuprobieren und mit Anbietern und Entwicklern ins Gespräch zu kommen.

Professor Dr. Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des ABSG, stellte als Leiter der eMEN-Arbeitsgruppe „Transnational Policy Solution for E-Mental Health Implementation“ erste Ergebnisse der Gruppe vor. Überblicksartig zeigte er die unterschiedlichen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Implementierung von E-Mental-Health-Angeboten in den Partnerländern auf. Er machte deutlich, welche speziellen Hürden in der Umsetzung zu nehmen sind. Insgesamt stellte er fest, dass die Aktivitäten in allen Partnerländern rund um das Thema E-Mental-Health zunehmen wie z.B. Forschungs- oder Modellprojekte. Am Beispiel erfolgreicher internationaler Projekte fasste er die „lessons learned“ zusammen und gab einen Ausblick auf die notwendigen Handlungsfelder, die für die Übertragung in die Regelversorgung notwendig sind. Professor Gaebel befürwortete einen umfassenden, multidisziplinären und strategischen Ansatz, der die vielfältigen Herausforderungen berücksichtigt. Hierfür setzt sich auch das eMEN-Projekt ein. 

Eine Zusammenfassung aller Vorträge der Veranstaltung finden Sie hier: www.dgppn.de/schwerpunkte/e-mental-health/emen20181129.html

Das Seminar wurde im Rahmen des von der EU kofinanzierten Projektes eMEN durchgeführt. Mehr Informationen zu den Zielen, Veranstaltungen und den Partnern von eMEN finden Sie unter: www.nweurope.eu/emen

 

 

 

 

Diskussionsrunde zum Umgang mit Einsamkeit.

Das Problem zieht sich durch die gesamte Gesellschaft und durch alle Altersgruppen. Aber niemand gibt gerne zu, dass er einsam ist. Der Weg in die Einsamkeit ist selten selbst gewählt, sondern in der Biographie eines Menschen begründet. Krankheit und gesellschaftliche Entwicklungen können ihrerseits zu einem verstärkten Gefühl von Einsamkeit bei jedem Einzelnen beitragen. Mit der Scham und der Angst, die daraus folgt, ist jeder mit sich noch mehr alleine. Darüber wollen wir mit unseren Experten reden: Was passiert, wenn Seele und Körper in die Isolation gehen, bis sie krank werden?

Uns interessiert:

  • Macht Einsamkeit krank oder führt Krankheit in die Einsamkeit?

  • Was bedeutet Einsamkeit für die psychische Gesundheit?

  • Was hilft, wenn Einsamkeit droht? Wie kann ich mich davor schützen?

  • Vereinsamt unsere Gesellschaft und was lässt sich dagegen tun?

  • Brauchen wir auch in Deutschland ein „Einsamkeitsministerium“?

 

Einsamkeit— nur ein subjektives Gefühl? In jedem Fall aber ein Ausdruck für ein Ungleichgewicht zwischen tatsächlichen und gewünschten sozialen Beziehungen. Einsamkeit kann entstehen, wenn ich weniger enge Bindungen habe, als ich mir wünsche, und Einsamkeit kann chronisch werden sowie die Psyche krank machen. Auch eine schwere Krankheit, Stress, Lärm und Anonymität können zur Vereinsamung führen und zum Risikofaktor für die psychische Gesundheit werden.


Darüber wollen wir sprechen mit

  • Arno Deister (Moderation)
    Psychiater und Präsident der DGPPN

  • Viktor Staudt
    Betroffener

  • Mazda Adli
    Psychiater und Stressforscher

  • Eva-Lotta Brakemeier
    Psychologin und Verhaltenstherapeutin


Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen: www.dgppn.de

 

 


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