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Die Auftaktveranstaltung zur 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit fand aufgrund der aktuellen Corona-Lage erstmals in digitaler Form statt. Unter dem Motto „Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“ diskutierten Betroffene und Expert/innen über die Zusammenhänge von Corona und Psyche und gaben praktische Tipps zum Umgang mit der Krise. Mehr als 1500 virtuelle Besucher verfolgten die Talkrunde über den Live-Stream auf Facebook und den Youtube-Kanal des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und stellten im Live-Chat Fragen an die Experten.

Eröffnet wurde der Abend vom Berliner Landesbeauftragten für Psychiatrie, Dr. Thomas Götz, in Vertretung der Schirmherrin und Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning, wies in einer Videobotschaft auf die Bedeutung der Aktionswoche in der Corona-Krise hin und stellt kurz die aktuell gestartete Offensive für psychische Gesundheit der drei Ministerien für Gesundheit, Arbeit und Familie vor.

Prof. Andreas Meyer-Lindenberg, Leiter des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim, lieferte mit seinem Impulsvortrag zu den psychischen Folgen der Krise den Einstieg in die Diskussion. Erste Studien zeigten, dass es eine Zunahme von stressbedingten Belastungsstörungen und Suchtverhalten in der Bevölkerung durch die Krise gäbe. Je länger die Pandemie dauert, umso mehr Probleme hätten die Menschen, mit den sozialen Einschränkungen im Alltag klar zu kommen. Dies gelte ganz besonders für bereits psychisch erkrankte Menschen, die auch ein höheres Risiko haben, an Covid 19 zu erkranken. Daher sei es wichtig, Strategien zur wirksamen Stressbewältigung in der Ausnahmesituation zu vermitteln.

Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Aktionswoche geleitet. Sie stellte zu Beginn drei Best Practice Projekte vor, die ganz praktische Hilfen für verschiedene Zielgruppen entwickelt haben: die Online-Angebote der Jugendnotmail, das erste Mental Health Café in München sowie die Hilfen für Arbeitgeber der Mental Health Agentur Shit Show. Die Gründerin des Mental Health Cafés und Bloggerin Dominique de Marné war auch Gast auf dem Podium. Sie betonte, dass Betroffene, die schon viele Krisenerfahrungen gemacht hätten, häufig sogar besser mit der aktuellen Situation umgehen und anderen helfen könnten: „Es gibt aber kein Patentrezept für die Krise, jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mit schwierigen Gefühlen in dieser Zeit achtsam umzugehen“.

Als Expertin zum Thema E-Mental-Health berichtete Dr. Maria Böttche von der FU Berlin über ihre Erfahrungen mit Online-Therapien und neuen digitalen Angeboten. Durch die Krise musste in den letzten Monaten der persönliche Kontakt zum Therapeuten verstärkt durch Online-Programme ersetzt werden, was für die Beziehungsarbeit aber keine negativen Auswirkungen habe. Selbst ältere Patienten kämen mittlerweile gut mit digitalen Hilfen klar, die in Zukunft eine immer größere Rolle spielen würden.

Auch der Leiter des Berliner Krisendienstes Gerd Pauli sieht sich durch die Corona-Pandemie mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Rund um die Uhr stehen die 250 Mitarbeiter des Krisendienstes den BerlinerInnen in akuten Notfällen zur Seite. Diese niedrigschwelligen Hilfen müssten gerade in der Corona-Krise in finanzieller und technischer Hinsicht weiter ausgebaut werden, um auf die steigende Nachfrage reagieren zu können.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung präsentierte die Berliner Songwriterin und Mental Health Aktivistin Marie Gunst per Video einen Song aus ihrem Konzeptalbum „Depression unplugged“.

Die Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung ist weiterhin auf dem Youtube Kanal des Aktionsbündnisses zu sehen.


„Mit Kraft durch die Krise! Gesund bleiben – auch psychisch!“ Unter diesem Motto übertragen wir die Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Aktionswoche erstmals live ins Internet!

Eröffnet wird die Woche von Staatssekretär Matthias Matz, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Vertretung der Schirmherrin Dilek Kalayci, dem Staatssekretär Björn Böhning, Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Aktionsbündnis Seelische Gesundheit.

Neben einem Impulsvortrag und Best Practice Beispielen diskutieren ExpertInnen aus Wissenschaft und Versorgung live mit Betroffenen und Mental Health AktivistInnen über die Zusammenhänge von Corona und Psyche. Sie geben praktische Tipps zum Umgang mit der Krise und besprechen wichtige Fragen rund um unsere seelische Gesundheit in Krisenzeiten.

Wann und wo? Freitag, 9. Oktober, 17:30 bis 19:30 Uhr live auf Facebook, YouTube und auf der Website der Aktionswoche!

Seien Sie dabei im Live-Stream und stellen Sie Ihre Fragen an die ExpertInnen!

Darüber reden wir:

  • Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf unsere psychische Gesundheit?
  • Wie kann die Resilienz jedes Einzelnen gestärkt werden?
  • Welche Hilfsangebote müssen jetzt ausgebaut werden?
  • Wie kann älteren Menschen und anderen Risikogruppen besonders geholfen werden?
  • Was können wir als Gesellschaft aus der Krise lernen?

Mit dabei:

  • Andreas Meyer-Lindenberg, Leiter Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim
  • Christine Knaevelsrud, Expertin zum Thema E-Mental-Health an der FU Berlin
  • Dominique de Marné, Bloggerin und Mental Health Aktivistin
  • Gerd Pauli, Leiter des Berliner Krisendienstes
  • Moderation Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Vorstandsmitglied der DGPPN.

Außerdem dabei per Video:

Die Best Practice Projekte zum Thema „Praktische Hilfen in der Krise“

 

Aktion Mensch
Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
DGPPN

 

 


#krisenkraft – Unter diesem Motto hat die Mental Health Crowd rund um den  Welt-Suizidpräventionstag am 10. September und dem World Mental Health Day am 10. Oktober den ersten deutschen Mental Health Month ins Leben gerufen, den das Aktionsbündis gemeinsam mit über 30 Vereinen, Organisationen und Mental Health Aktivist*innen (u.a. Freunde für's Leben, Deutsche Depressionsliga, Münchener Bündnis gegen Depression, Eckhart Busch Stiftung, Die Erfahrungsexperten, u.v.m.) unterstützt.

Angelehnt an das Motto der Woche der Seelischen Gesundheit (10.-20. Oktober) "Mit Kraft durch die Krise! Gesund bleiben – auch psychisch" wird es in den Wochen davor zahlreiche Angebote und Aktionen mit Live- und Online-Veranstaltungen, Podcasts, Blogbeiträgen und jeder Menge Infos rund um die seelische Gesundheit geben.

Unter folgendem Link gelangen Sie zum Kalender des Mental Health Month, wo Sie alle Veranstaltungen und Beiträge in einer Übersicht finden: https://deinkopfvollerfragen.de
 


Einladung zur Video-Diskussionsveranstaltung am 4. September zum Thema „Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!“ 

In der Tiergartenstraße 4 in Berlin plante das NS-Regime die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen („Aktion T4“). Als Erinnerung an diese Verbrechen organisieren die Verbände aus dem sog. „Kontaktgespräch Psychiatrie“ gemeinsam mit verschiedenen anderen Organisationen seit vielen Jahren im September eine Gedenkveranstaltung.

In diesem Jahr findet am 4. September von 14 bis 16 Uhr die Live-Video-Diskussionsveranstaltung zum Thema „Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!“ statt. Teilnehmende sind u. a.

  • Hans Thiersch, Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik
  • Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
  • Klaus Obert, Kontaktgespräch Psychiatrie
  • Georg Schomerus, Experte für Sozialpsychiatrie und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig

Weitere Informationen und den Zoom-Link, um an der Veranstaltung teilzunehmen, finden Sie auf dem Gedenkportal www.nichtvergessen-gedenktag2020.de.
 



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